Was ist eine EMS-KI?

Die kurze Antwort: Eine EMS-KI ist ein Energiemanagementsystem, das nicht nach festen Regeln schaltet, sondern viertelstündlich neu entscheidet, auf welchem Weg eine Kilowattstunde am meisten bringt.

Der Unterschied in einem Satz

Ein gewöhnliches Energiemanagementsystem folgt Regeln: Überschuss in den Speicher, Speicher voll, Rest ins Netz. Eine EMS-KI rechnet stattdessen: Preis, Prognose, Lastgang, Marktfenster — und entscheidet dann.

EnergiemanagementsystemEMS-KI
Entscheidungnach festen Regelnviertelstündlich neu berechnet
Grundlageaktueller MesswertPreis, Prognose, Lastgang, Marktfenster
ZielEigenverbrauch erhöhenden jeweils wertvollsten Verwertungsweg wählen
MärktekeineRegelenergie, Stromhandel, Lastspitzen

Die acht Erlösquellen, über die eine EMS-KI entscheidet

  1. Eigenverbrauch
  2. Stromhandel
  3. Netzstabilisierung
  4. Lastspitzen
  5. ZEV und LEG
  6. Einspeisung
  7. Notstrom
  8. Booster

Jede Quelle hat ein Gegenüber: Stromhandel braucht eine Abnahme beziehungsweise eine Speichergrenze, die Netzstabilisierung braucht die Präqualifikation bei Swissgrid, eine LEG braucht Teilnehmer.

Warum die Behörden heute danach fragen

Die Steuerung ist in der Schweiz vom Komfortmerkmal zur Fördervoraussetzung geworden. In der Stadt Zürich ist ein Energiemanagementsystem seit dem 1. August 2026 Bedingung für den Förderbeitrag an einen Speicher. Energie Wasser Bern verlangt in Ziffer 2.3 der Förderbedingungen, dass «der Batteriespeicher oder das Gesamtsystem über ein Lastmanagementsystem verfügt». Nicht jede Gemeinde verlangt das — Luzern, Winterthur und Biel nach den von uns abgerufenen Bedingungen nicht.

Was eine EMS-KI für eine Liegenschaft bedeutet

Unsere EMS-KI stammt von einem Schweizer Hersteller und ist heute in über 180'000 Systemen im Einsatz.

Und ein Punkt, der in keiner Liegenschaftsrechnung fehlen sollte: Jeder Franken, den die EMS-KI jährlich zusätzlich erwirtschaftet, steigert den Wert der Immobilie um rund das Zwanzigfache — bei einer Kapitalisierung von 5 %. Der genaue Satz hängt von Lage und Nutzung ab.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen EMS und EMS-KI?
Ein EMS schaltet nach festen Regeln. Eine EMS-KI berechnet viertelstündlich neu, welcher Verwertungsweg der wertvollste ist, und bezieht Marktpreise und Prognosen ein.
Braucht eine EMS-KI neue Hardware?
In der Regel nicht. Die bestehende Anlage genügt, nötig ist ein Schreibzugriff auf die Sollwerte.
Entscheidet die KI allein?
Nein. Sperrzeiten, Mindestladezustände und Notstromreserve bleiben Vorgabe des Eigentümers.
Ist eine EMS-KI für die Förderung nötig?
In der Stadt Zürich ist ein Energiemanagementsystem seit 1. August 2026 Bedingung, in der Stadt Bern ein Lastmanagementsystem. Andere Gemeinden verlangen es nicht.
Für welche Anlagen lohnt sich das?
Für Mehrfamilienhäuser und Gewerbe beginnt die Rechnung beim Standard 500 kWh Speicher mit 250 kW Leistung.

Quellen

  • Stadt Zürich, Förderbedingungen Batteriespeicher, Fassung ab 1. August 2026.
  • Energie Wasser Bern, Förderbedingungen Batteriespeicher, Ziffer 2.3.