Strompreis 2026 in Burgdorf: Was Photovoltaik, Speicher und EMS-KI bringen

Ein Haushalt in Burgdorf zahlt 31.93 Rappen je Kilowattstunde — das ist 8.8 Prozent über dem Median des Kantons Bern und 15.3 Prozent über dem Schweizer Median. Versorgt wird die Gemeinde von Localnet AG.

31.93Rp./kWh
Haushaltstarif H4 in Burgdorf, 2026
27.82Rp./kWh
Gewerbetarif C3, 2026
675
Photovoltaikanlagen im Register, zusammen 20’802 kWp
90
neue Anlagen im Jahr 2025, zusammen 2’822 kWp

Woraus sich der Preis zusammensetzt

Alle Werte in Rappen je Kilowattstunde, Standardprodukt des Netzbetreibers. Die letzten beiden Spalten zeigen den Abstand zum Median des Kantons Bern und zum Schweizer Median.

VerbrauchsprofilTotalEnergieNetzAbgabenvs. Bernvs. CH
H4 · Haushalt, 4’500 kWh31.9314.0612.214.05+8.8 %+15.3 %
C2 · Kleinbetrieb, 30’000 kWh28.1114.069.764.05+8.1 %+11.9 %
C3 · Betrieb, 150’000 kWh27.8214.0610.123.55+6.7 %+11.3 %

Quelle: ElCom, «Strompreis per Stromnetzbetreiber», Standardprodukt, über lindas.admin.ch. Abgerufen am 26.09.2026. Versorgen mehrere Netzbetreiber dieselbe Gemeinde, steht hier der Median ihrer Tarife. Massgebend ist immer die Abrechnung Ihres Netzbetreibers.

Was der Tarif von Burgdorf für eine eigene Anlage bedeutet

Beides sind Beispiele mit runden Annahmen, keine Zusage und keine Berechnung für ein bestimmtes Objekt. Was Ihre Liegenschaft tatsächlich trägt, hängt von Dach, Verbrauch und Lastgang ab.

Einfamilienhaus

12 kWp Photovoltaik, 950 kWh Ertrag je kWp und Jahr, also rund 11’400 kWh im Jahr.

Eigenverbrauch ohne Speicher (30 %)
CHF 1’092
Eigenverbrauch mit Speicher (65 %)
CHF 2’366
Unterschied im Jahr
CHF 1’274

Gerechnet mit dem Gemeindetarif von 31.93 Rp./kWh: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ist eine, die nicht eingekauft wird.

Mehrfamilienhaus mit ZEV

60 kWp Photovoltaik, 950 kWh Ertrag je kWp und Jahr, also rund 57’000 kWh im Jahr.

Eigenverbrauch ohne Speicher (45 %)
CHF 7’210
Eigenverbrauch mit Speicher (80 %)
CHF 12’818
Unterschied im Jahr
CHF 5’608

Gerechnet mit dem Gemeindetarif von 28.11 Rp./kWh: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ist eine, die nicht eingekauft wird.

Die Eigenverbrauchsanteile sind Erfahrungswerte für Anlagen dieser Grösse; der Speicher verschiebt Strom in die Abend- und Morgenstunden. Nicht enthalten sind Einspeisevergütung, Förderung, Kapitalkosten und die zusätzlichen Erlöse, die eine EMS-KI am Strom- und Regelenergiemarkt holt — genau die rechnen wir in der Potenzialanalyse durch.

Warum der Tarif nur die halbe Rechnung ist

Der Strompreis sagt, was eine eingekaufte Kilowattstunde kostet. Er sagt nichts darüber, was eine selbst erzeugte wert ist — und der Unterschied ist grösser, als die meisten annehmen. Wer einspeist, bekommt die Rückliefervergütung seines Netzbetreibers. Wer selbst verbraucht, spart den vollen Tarif von 31.93 Rappen. Wer speichert und zum richtigen Zeitpunkt verbraucht oder vermarktet, holt dazu noch, was der Markt in dieser Viertelstunde zahlt.

Genau das ist die Aufgabe der EMS-KI: Sie entscheidet viertelstündlich, welcher Weg die Kilowattstunde am besten verwertet — Eigenverbrauch, Speicher, Wärmepumpe, Ladepunkt oder Markt. Der Tarif Ihrer Gemeinde ist dabei eine der Eingangsgrössen.

Was in Burgdorf schon steht

Im Register der Elektrizitätsproduktionsanlagen des Bundes sind für Burgdorf 675 Photovoltaikanlagen mit zusammen 20’802 kWp eingetragen — im Schnitt 30.8 kWp je Anlage. Allein 2025 kamen 90 Anlagen mit 2’822 kWp dazu. Ob diese Anlagen einen Speicher haben und ob ihr Strom vermarktet wird, sagt das Register nicht — es führt nur die Produktion. Genau dort setzt die Potenzialanalyse an: Sie schaut, was aus einer bestehenden Anlage zusätzlich herauszuholen ist.

Quelle: Bundesamt für Energie, Elektrizitätsproduktionsanlagen (Pronovo-Register), Stand des Datenbezugs 26.09.2026.