Ratgeber · 24.10.2026 · 5 Minuten
Agri-PV Potenzial Schweiz: riesig, genutzt wird weniger als ein Promille
Laut ZHAW könnte Agri-PV ein Mehrfaches des Schweizer Strombedarfs liefern. Heute stammt weniger als ein Promille des Solarstroms vom Acker — die drei Gründe.

Das Agri-PV-Potenzial der Schweiz liegt auf der grössten Fläche, die bei der Suche nach Solarstrom regelmässig übersehen wird: dem Landwirtschaftsland. Bei der Agri-Photovoltaik stehen Module über Kulturen oder Weiden, und dieselbe Fläche liefert Nahrung und Strom.
Was die Forschung zum Agri-PV-Potenzial sagt
- Theoretisch rund fünfmal der heutige Verbrauch: So gross ist das Agri-PV-Potenzial laut einer ZHAW-Studie, die SRF zitiert.
- Realistisch erschliessbar immer noch rund das Doppelte: Zählt man nur Flächen höchstens 300 Meter vom bestehenden Stromnetz, bleibt etwa das Zweifache des Schweizer Strombedarfs.
- Genutzt: weniger als ein Promille. Weniger als 0,1 Prozent des Schweizer Solarstroms stammt heute von Anlagen über Kulturland.
Was eine Agri-PV-Anlage dem Boden bringt
Die ZHAW beschreibt die Effekte an geeigneten Standorten: Teilbeschattung senkt Bodentemperatur und Verdunstung, die Feuchtigkeit bleibt länger im Boden. Die Anlagen bremsen den Wind in Bodennähe und mindern die Erosion. Bei Beeren und Obst ersetzen oder ergänzen sie Hagel- und Regenschutz. Wie stark diese Wirkung ausfällt, hängt von Kultur, Standort und Anlagendesign ab.
Warum Agri-PV trotzdem kaum vorangeht
Der ZHAW-Bericht «Treiber und Hemmnisse für Agri-PV in der Schweiz» (März 2026) nennt drei Bremsen:
1. Bewilligung: Die Anforderungen werden von Kanton zu Kanton unterschiedlich ausgelegt. 2. Vorleistungen: Netzabklärungen, Bodenuntersuchungen und Vorstudien kosten Geld, bevor feststeht, ob das Projekt bewilligt wird. 3. Wirtschaftlichkeit: Sie hängt stark vom Standort ab, besonders davon, ob es lokale Stromabnehmer gibt.
Die Autoren empfehlen, den Rahmen schweizweit zu vereinfachen und zu harmonisieren und Betriebe von der Erstabklärung bis zur Umsetzung neutral zu beraten.
Der Blick über die Grenze
In Deutschland darf eine Agri-PV-Anlage den Ernteertrag um bis zu 30 Prozent schmälern, solange die Gesamtrechnung aus Ernte und Strom für den Betrieb positiv ist. Die grösste deutsche Anlage in Tützpatz (Mecklenburg-Vorpommern) überspannt 93 Hektaren und liefert rund 30-mal so viel Strom wie Lovatens. In der Schweiz muss die Anlage der Landwirtschaft dagegen einen Vorteil bringen — nachzulesen in Agri-PV Bewilligung: was «Vorteil für die landwirtschaftliche Produktion» heisst.
Was das für Ihren Betrieb heisst
Das Agri-PV-Potenzial ist unbestritten, die Technik funktioniert. Ob sich ein Projekt rechnet, entscheidet sich am Hof: an Netzanschluss, Verbrauch und der Frage, wie viel Strom vor Ort bleibt. Wie das geht, zeigen Agri-PV Eigenverbrauch und Speicher: warum ohne Stromabnehmer selten etwas rentiert und Agri-PV Schweiz: Strom vom Acker — was ein Hof mit Speicher und EMS-KI zusätzlich verdienen könnte. Unsere EMS-KI stammt von einem Schweizer Hersteller und ist heute in über 180'000 Systemen im Einsatz. Und ein Punkt, der in keiner Liegenschaftsrechnung fehlen sollte: Jeder Franken, den die EMS-KI jährlich zusätzlich erwirtschaftet, steigert den Wert der Immobilie um rund das Zwanzigfache – bei einer Kapitalisierung von 5 %. Der genaue Satz hängt von Lage und Nutzung ab. Potenzialanalyse starten — kostenlos, oder gleich Anlage anmelden — Flexibilität zu Geld machen.
Die Agri-PV-Serie
- Agri-PV Schweiz: Strom vom Acker — was ein Hof mit Speicher und EMS-KI zusätzlich verdienen könnte
- Agri-PV Eigenverbrauch und Speicher: warum ohne Stromabnehmer selten etwas rentiert
- Agri-PV Bewilligung: was «Vorteil für die landwirtschaftliche Produktion» heisst
- Agri-PV Contracting: Anlage ohne Eigenkapital, mit LEG und Flexibilität
Quellen: SRF, 24.10.2026 · ZHAW, 02.09.2026 · ZHAW-Bericht März 2026 — abgerufen am 24.10.2026.
Richtwerte, keine Zusicherung von Erträgen. Massgebend ist die individuelle Berechnung.
Häufige Fragen
- Wie gross ist das Agri-PV-Potenzial der Schweiz?
- Laut einer ZHAW-Studie theoretisch rund fünfmal der heutige Schweizer Stromverbrauch. Zählt man nur Flächen höchstens 300 Meter vom bestehenden Netz, bleibt etwa das Zweifache.
- Wie viel Solarstrom stammt in der Schweiz heute von Agri-PV?
- Weniger als 0,1 Prozent, also weniger als ein Promille des Schweizer Solarstroms.
- Warum kommt Agri-PV in der Schweiz kaum voran?
- Der ZHAW-Bericht vom März 2026 nennt drei Bremsen: die kantonal unterschiedlich ausgelegte Bewilligung, die Vorleistungen für Netzabklärung, Bodenuntersuchung und Vorstudie, und die Wirtschaftlichkeit, die stark davon abhängt, ob es lokale Stromabnehmer gibt.
Was das für Ihre Liegenschaft heisst
Die Zahlen oben gelten allgemein. Was Ihr Objekt trägt, hängt an Dach, Verbrauch und Lastgang — das rechnen wir gemeinsam durch, oder Sie rechnen selbst. Was der Strom in Ihrer Gemeinde kostet, steht in den Strompreisseiten für alle Schweizer Gemeinden.
Strompreise in Ihrem Kanton
Was der Strom bei Ihnen kostet, entscheidet mit darüber, wie viel eine Anlage einbringt. Die Tarife stehen je Gemeinde — hier der Einstieg über den Kanton:
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