Agri-PV Eigenverbrauch und Speicher: warum ohne Stromabnehmer selten etwas rentiert

Agri-PV ohne Eigenverbrauch rentiert laut ZHAW selten. Was Lastgang, Speicher, LEG und Flexibilität ändern — fünf Hebel in der richtigen Reihenfolge.

Agri-PV Eigenverbrauch: Energiefluss von der Erzeugung über den Speicher zum Verbrauch

Agri-PV produziert viel Strom, und zwar dann, wenn alle anderen Solaranlagen auch produzieren. Wer diesen Strom nur einspeisen kann, verkauft ihn zum tiefsten Preis des Tages. Der ZHAW-Bericht vom März 2026 bringt es auf den Punkt: Fehlen lokale Abnehmer, sinkt die Rentabilität meist deutlich.

Was das Gesetz für eingespeisten Strom vorsieht

Seit dem 1. Januar 2026 richtet sich die Vergütung nach dem vierteljährlich gemittelten Marktpreis (Art. 15 Abs. 1bis Energiegesetz). Minimalvergütungen gibt es nur für Anlagen unter 150 kW, gestaffelt nach Art. 12 Abs. 1bis Energieverordnung:

AnlageMinimalvergütung
PV unter 30 kW6 Rp./kWh
PV ab 30 kW mit Eigenverbrauch6 Rp. für den Anteil unter 30 kW, 0 Rp. darüber
PV ab 30 kW ohne Eigenverbrauch6,2 Rp./kWh

Für eine typische Agri-PV-Anlage heisst das: Für den Grossteil der eingespeisten Kilowattstunden gilt allein der Marktpreis. Bezogener Strom kostet im Haushaltsmedian 2027 dagegen 26.5 Rp./kWh (ElCom). Die Rechtslage im Einzelnen steht im Rückliefertarif 2026: Warum Eigenverbrauch mehr bringt als Einspeisen.

Fünf Hebel für den Agri-PV-Eigenverbrauch, in dieser Reihenfolge

1. Lastgang kennen. Welche Verbraucher laufen auf dem Hof zu welcher Viertelstunde? Ohne diese Daten ist jede Speicherauslegung geraten. 2. Lasten verschieben. Bewässerung, Kühlung, Warmwasser, Laden von Fahrzeugen: Vieles kann in die Sonnenstunden gelegt werden, ohne Investition. 3. Speicher. Er verschiebt Mittagsstrom in den Abend und kappt Lastspitzen, die im Gewerbetarif als Leistungspreis zu Buche schlagen — wie viel das ausmacht, steht in Lastspitzen kappen: Was die höchste Viertelstunde wirklich kostet. 4. LEG. Seit 2026 kann Strom über das öffentliche Netz an Nachbarn in derselben Gemeinde gehen, mit einem Abschlag von 40 Prozent auf dem Netznutzungstarif, sofern der Strom ohne Spannungstransformation fliesst, sonst 20 Prozent (Art. 19h StromVV). Für einen Hof am Dorfrand sind Nachbarbetriebe, Gewerbe oder Schulhaus naheliegende Abnehmer; die Einzelheiten stehen in LEG ab 2026. 5. Flexibilität vermarkten. Ein Batteriespeicher kann gepoolt Regelenergie für das Stromnetz bereitstellen und wird dafür vergütet.

Warum es dafür KI braucht

Die Hebel konkurrieren um dieselbe Kilowattstunde. Ein Speicher, der Regelenergie vorhält, kann diese Kapazität nicht gleichzeitig für den Abend reservieren. Die EMS-KI wägt das alle 15 Minuten neu ab, anhand von Wetterprognose, Verbrauch und Marktpreisen. Diese Abwägung ist der eigentliche Ertragshebel, nicht die Hardware allein.

Was wir nicht behaupten

  • Nicht jeder Hof hat genug Verbrauch für einen grossen Anteil Eigenverbrauch. Das zeigt erst der Lastgang.
  • Die LEG setzt Smart Meter und denselben Netzbetreiber auf derselben Netzebene voraus.
  • Regelenergie-Erlöse schwanken mit dem Markt und setzen eine Präqualifikation voraus.

Was das für Ihren Betrieb heisst

Die wichtigste Zahl einer Agri-PV-Planung ist nicht die Modulleistung, sondern der Anteil Strom, der auf dem Hof bleibt. Wie das bei der grössten Anlage der Schweiz aussieht, lesen Sie in Agri-PV Schweiz: Strom vom Acker — was ein Hof mit Speicher und EMS-KI zusätzlich verdienen könnte. Unsere EMS-KI stammt von einem Schweizer Hersteller und ist heute in über 180'000 Systemen im Einsatz. Und ein Punkt, der in keiner Liegenschaftsrechnung fehlen sollte: Jeder Franken, den die EMS-KI jährlich zusätzlich erwirtschaftet, steigert den Wert der Immobilie um rund das Zwanzigfache – bei einer Kapitalisierung von 5 %. Der genaue Satz hängt von Lage und Nutzung ab. Potenzialanalyse starten — kostenlos, oder gleich Anlage anmelden — Flexibilität zu Geld machen.

Die Agri-PV-Serie

Quellen: ZHAW, 02.09.2026 · Fedlex EnG SR 730.0 · Fedlex EnV SR 730.01 · Fedlex StromVV SR 734.71 · ElCom FAQ Stromtarife · SRF, 24.10.2026 — abgerufen am 24.10.2026.

Rechtsstand 1. Januar 2026. Richtwerte, keine Zusicherung von Erträgen. Massgebend ist die individuelle Berechnung.

Häufige Fragen

Warum rentiert Agri-PV ohne Eigenverbrauch selten?
Weil die Anlage dann produziert, wenn alle anderen auch produzieren, und eingespeister Strom seit 2026 dem vierteljährlich gemittelten Marktpreis folgt. Der ZHAW-Bericht vom März 2026 hält fest: Fehlen lokale Abnehmer, sinkt die Rentabilität meist deutlich.
Welche Minimalvergütung gilt für eine Agri-PV-Anlage?
Nach Art. 12 Abs. 1bis Energieverordnung nur für Anlagen unter 150 kW: 6 Rp./kWh unter 30 kW, bei Anlagen ab 30 kW mit Eigenverbrauch 6 Rp. für den Anteil unter 30 kW und 0 Rp. darüber, ohne Eigenverbrauch 6,2 Rp./kWh. Für den Grossteil einer Agri-PV gilt allein der Marktpreis.
Wie viel Abschlag bringt eine LEG auf dem Netznutzungstarif?
40 Prozent, sofern der Strom ohne Spannungstransformation fliesst, sonst 20 Prozent (Art. 19h StromVV). Eine LEG setzt intelligente Messsysteme voraus.
In welcher Reihenfolge erschliesst man die Hebel?
Erst den Lastgang kennen, dann Lasten in die Sonnenstunden verschieben, dann der Speicher, dann die LEG, dann die Vermarktung der Flexibilität.

Was das für Ihre Liegenschaft heisst

Die Zahlen oben gelten allgemein. Was Ihr Objekt trägt, hängt an Dach, Verbrauch und Lastgang — das rechnen wir gemeinsam durch, oder Sie rechnen selbst. Was der Strom in Ihrer Gemeinde kostet, steht in den Strompreisseiten für alle Schweizer Gemeinden.

Strompreise in Ihrem Kanton

Was der Strom bei Ihnen kostet, entscheidet mit darüber, wie viel eine Anlage einbringt. Die Tarife stehen je Gemeinde — hier der Einstieg über den Kanton: