Batteriespeicher im Gewerbe: Wann lohnt er sich?

Im Gewerbebetrieb entscheidet nicht die Grösse des Speichers über den Ertrag, sondern die Frage, zu welcher Viertelstunde er lädt und entlädt. Eine durchgerechnete Anlage mit 500 kWh und 250 kW.

Batteriespeicher in Containerbauweise neben einem Gewerbegebäude

Das Gegenstück zu diesem Artikel heisst Batteriespeicher im Mehrfamilienhaus: Wann lohnt er sich?. Dort entsteht der Ertrag daraus, dass viele Parteien zu verschiedenen Zeiten Strom brauchen. Im Gewerbebetrieb ist es anders, und zwar auf eine Weise, die den Speicher besser rechnen lässt, als die meisten Offerten zeigen: Ihr Verbrauch liegt tagsüber — also dann, wenn die eigene Anlage produziert.

Die Frage lautet deshalb nicht «wie viele Kilowattstunden Speicher brauche ich», sondern: Was ist bei Ihnen eine Kilowattstunde wert, je nachdem, wohin sie geht?

Eine durchgerechnete Anlage

Die folgenden Zahlen stammen aus dem Energie-Rendite-Simulator von Professor Energeek®, Standardbeispiel «Standard Firma / Gewerbe», gerechnet am 19. Oktober 2026. Es ist ein Gewerbebetrieb mit Tagesgrundlast, 150 kWp Photovoltaik und einem Speicher von 500 kWh mit 250 kW Leistung — unserem Standardfall, weil darunter der Marktzugang selten trägt.

| Grösse | Wert | |---|---| | Investition brutto | CHF 440'700 | | Förderung (Einmalvergütung) | − CHF 45'300 | | Investition netto | CHF 395'400 | | Energieertrag im ersten Jahr | CHF 48'141 | | Betrieb, Unterhalt und Versicherung | CHF 5'931 | | Ertrag nach Betriebskosten | CHF 42'210 | | Rückfluss der Nettoinvestition | 10.2 Jahre | | Rendite auf das Gesamtkapital | 9.7 % |

Beispielrechnung, keine Zusage — massgebend ist immer das einzelne Objekt. Die Ansätze: 938 CHF je kWp Photovoltaik und 600 CHF je kWh Speicher.

Wohin die Kilowattstunde geht — und was sie dort bringt

Interessanter als die Summe ist ihre Herkunft. So verteilt sich der Ertrag des ersten Jahres:

| Weg | CHF pro Jahr | |---|---| | Eigenverbrauch (Photovoltaik direkt) | 23'109 | | Netzstabilisierung über einen Flexibilitätspool | 9'329 | | Stromhandel (Markteinkauf, interner Verkauf) | 6'375 | | Ladung von Fahrzeugen | 4'928 | | Spotmarkt-Arbitrage | 1'975 | | Wärmepumpe und Warmwasser | 1'375 | | Einspeisung des Restüberschusses | 1'050 |

Lesen Sie die letzte Zeile zweimal. Die Einspeisung — das, womit eine klassische Solarofferte rechnet — bringt in diesem Betrieb gut zwei Prozent des Ertrags. Der Rest entsteht daraus, dass der Strom im Haus bleibt oder zur richtigen Zeit bewegt wird.

Daraus folgt eine unbequeme Wahrheit für jede Rechnung, die Ihnen vorgelegt wird: Wer den Ertrag einer Anlage aus Produktion mal Einspeisevergütung errechnet, rechnet an 98 Prozent vorbei.

Warum die Einspeisevergütung kaum eine Rolle spielt

Wir haben dasselbe Objekt mit drei Einspeisevergütungen gerechnet — 4, 6 und 9 Rappen je Kilowattstunde. Alles andere blieb gleich:

| | konservativ | realistisch | Hoch-Tarif | |---|---|---|---| | Einspeisevergütung | 4 Rp./kWh | 6 Rp./kWh | 9 Rp./kWh | | Rendite Gesamtkapital | 9.7 % | 9.8 % | 10.1 % | | Rückfluss | 10.2 Jahre | 10.0 Jahre | 9.8 Jahre |

Mehr als das Doppelte an Einspeisevergütung bewegt die Rendite um vier Zehntel eines Prozentpunkts. Wenn Ihnen jemand erklärt, die Wirtschaftlichkeit hänge am Rückliefertarif, dann rechnet er eine Anlage ohne Speicher — oder eine mit Speicher, aber ohne Steuerung.

Was der Speicher mit der Leistungsspitze macht

Im Gewerbe zahlen Sie nicht nur für Kilowattstunden, sondern für Leistung: für die höchste Viertelstunde des Monats. Ein Kompressor, der zur Mittagszeit anläuft, während die Kälteanlage schon läuft, kostet über den Leistungspreis mehr als die Energie, die er verbraucht.

Ein Speicher mit 250 kW kann diese Spitze abfangen — aber nur, wenn er in dieser Viertelstunde genug geladen ist. Das ist der Grund, weshalb die Steuerung über den Ertrag entscheidet und nicht die Kapazität: Dieselbe Batterie kann zur selben Stunde Spitzen kappen oder Strom verkaufen, nicht beides.

Unsere EMS-KI stammt von einem Schweizer Hersteller und ist heute in über 180'000 Systemen im Einsatz. Sie trifft diese Entscheidung viertelstündlich, auf Basis von Verbrauchsprognose, Marktpreis und dem Zustand der Batterie.

Was der Betrieb vorher klären sollte

Jeder Ertragsweg hat ein Gegenüber, und ehrlicherweise gehört das vor die Investition:

  • Netzstabilisierung setzt voraus, dass der Speicher präqualifiziert wird und über einen

Flexibilitätspool teilnimmt. Allein erreicht eine 250-kW-Anlage die Mindestgrössen nicht.

  • Stromhandel braucht Abnehmer oder eine Speichergrenze — ohne beides bleibt er Theorie.
  • Lastspitzen lassen sich nur kappen, wo es eine Leistungsmessung gibt; bei kleinen

Anschlüssen fehlt dieser Hebel.

  • Ladeinfrastruktur bringt dann etwas, wenn tagsüber geladen wird. Eine Flotte, die nachts

am Netz hängt, verschiebt den Ertrag.

Und was es für den Wert der Liegenschaft bedeutet

Jeder Franken, den die EMS-KI jährlich zusätzlich erwirtschaftet, steigert den Wert der Immobilie um rund das Zwanzigfache — bei einer Kapitalisierung von 5 %. Der genaue Satz hängt von Lage und Nutzung ab. Bei einem Gewerbeobjekt rechnet man eher mit 6 %, was den Faktor auf rund siebzehn senkt; in der durchgerechneten Anlage oben sind das immer noch über CHF 700'000 Mehrwert.

Das ist der Teil, den die Betriebsrechnung nicht zeigt — und der für eine Bank oft schwerer wiegt als der jährliche Ertrag selbst.

Der nächste Schritt

Wir rechnen Ihr Objekt mit Ihren Zahlen durch, legen die Annahmen offen und geben keine Ertragszusage. Die Anmeldung und die Analyse kosten nichts; fünf Felder und Ihre Stromrechnung genügen.

Anlage anmelden — Flexibilität zu Geld machen

Ihr Professor Energeek


Eine Position fehlt in der Rechnung oben, und zwar bewusst: die Lastspitzen. Sie hängen am konkreten Anschluss und am Tarifblatt des Netzbetreibers, nicht am Standardfall. Was die höchste Viertelstunde des Monats kostet und was ein Speicher daran ändert, steht in Lastspitzen kappen: Was die höchste Viertelstunde wirklich kostet.

Was das für Ihre Liegenschaft heisst

Die Zahlen oben gelten allgemein. Was Ihr Objekt trägt, hängt an Dach, Verbrauch und Lastgang — das rechnen wir gemeinsam durch, oder Sie rechnen selbst. Was der Strom in Ihrer Gemeinde kostet, steht in den Strompreisseiten für alle Schweizer Gemeinden.

Strompreise in Ihrem Kanton

Was der Strom bei Ihnen kostet, entscheidet mit darüber, wie viel eine Anlage einbringt. Die Tarife stehen je Gemeinde — hier der Einstieg über den Kanton: